Montag, 10. Dezember 2012
Unicornication
Rosa Luft lag über den Bergen, sonnenkalt und sternenkalt.
Niemand spürte die Verluste - jeder wusste um ihr Glück.
Selbst am Tal des Regenbogens, lag das es nun nicht mehr vergraben,
sondern flog auf lichten Schwingen immerfort, hierher, zurück.
Jeder sah es, jeder war es: -glücklich, immer zu und dort.
Dreimal Klang der Glocke Läuten, dreimal und nie wieder dann.
Erst am Ende allen Lebens hört man sie ein letzes Mal.
Hört sie singen über Elend, über Glück und über dich.
Tag ist Nacht und alles eben; jeder du und keiner ich.
Traumlos gleitet man auf Schwingen durch die Lüfte, durch das Licht.
Was im Leben noch so fern, ist im Träumen noch so nah.
Gierig ohne Worte, nur der Eifer geifert los.
Beschmutzt die Luft mit seinem Speichel; Nimmt der Sonne ihren Glanz.
Raubt der Kälte ihre Schärfe. Ihre Schönheit ist davon.
Klar und deutlich einst die Worte, weiß nun niemand ihren Sinn.
Selbst am Ende weiß nur einer, was er sah und was er will.
Gier und Eifer, beide Brüder, ringen um der Sonne Thron.
Nun liegt dieser in den Trümmern. Ist für immer uns verloren.
Selbst der Sonne kleine Kinder lassen ab von ihrem Lohn.
Nur das kleinste schreit noch immer. Sieht nichts mehr als Gier und Zorn.
Tanz allein nun mit dem Dunkel. Ist allein und ist besorgt.
Alles fließt und ist vergessen, nur der Zorn ist da und dort.
Tanzt allein in wilden Freuden nun um Feuer ohne Nutzen.
Reine Wut und reiner Hass - keinen Sinn kann man entdecken.
Weder heute, noch von gestern.
Nur ein letzer kleiner Schimmer kämpft und stirbt von Tag zu Tag.
Alles Leben stirbt vergeblich; Ist von vorne rein verloren.
Nur der Liebe langer Schatten kann uns lehren noch zu leben.
Aber niemals ist ein Schatten hell genug um zu verstehen.
Daher ist das liebe Leben nur ein Traum, ein Rausch, ein Schaum,...
Keiner will uns je erleben, wir sind alle ganz vergebens.
Jeder lebt um zu vergehen.
Erst wenn wieder Liebe uns regiert - und nicht der Zorn,
dann ist leben wieder Leben, und man lebt nochmal von vorn.



Stimmgewalt
Sie alle sind Läufer, die hinfallen, und Naive, die man hinters Licht führt, Sterngucker, die über Realitäten stolpern, arglose Träumer, denen das Leben boshaft mitspielt.

Henri Bergson

Noch 13 Mal schreiben, noch 13 Mal stolpern. Oben nach den Sternen schauen, glauben Akteur zu sein, um dann über die Realität zu stürzten. Die Realität doch nur Patient zu sein. Heute wieder. Keine Stimme, keine Meinung, keine Ahnung. Oder nicht?!

Zurzeit bin ich stimmlos, krächze wenn überhaupt. Ziemlich witzig, nicht für mich, aber für den Rest. Nie hätte ich gedacht, dass es mich so verwirrt nicht reden zu können. Ich kann nicht freundlich sein, ich kann nur lächeln. Ich kann nicht gemein sein, ich kann nur meinen Mittelfinger heben.

Und vor allem letzteres hat meistens eher Gelächter als Folge. Ich sollte mich wohl in Behandlung geben, mich pflegen lassen, mit Medizin voll pumpen. Bis ich wieder auf der Höhe bin und dann geht das so weiter. Ich werde krank, ich werde behandelt, bis ich wieder gesund bin.

Und was folgt? Wieder eine Situation, in der ich behandelt werde, bis ich so funktioniere, wie gewollt. Natürlich will ich auch gesund sein, aber will ich in den Film sehen, habe ich Lust auf diese Seite, habe ich Lust heute in die Uni zu gehen?
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Ist diese Lustlosigkeit nun ein Produkt meiner Verzweiflung angesichts der Unmöglichkeit zu denken geschweige denn mich auszudrücken oder habe ich einfach keine Lust?!

Und was wäre einfacher als alles auf das böse UniVersum zu schieben und einfach weiter zu treiben?

Schwereloses opiumschlummer Glück(?)



Move your mind...
...and your ass will follow.“ So oder so ähnlich gibt die Toilettentür eines städtischen Klubs einem wichtige Tipps fürs Leben. Also versuche ich meinen ‚Verstand‘ zu bewegen, lese, laufe, um zu sehen, was ich denn denken soll. Stopp! Denken soll?! Wieso SOLLTE ich denn etwas denken? Sollte ich nicht viel mehr denken WOLLEN? Ach Mist, ich sollte auch nicht denken wollen SOLLEN!

Trotzdem man geht so durch die Straßen nichtsahnend, unschuldig, naiv. Läuft seines Weges. Seines Weges? Von wegen! Eher ist man, wie eine Freundin so schön erkannte, mitten in einem Spiel ‚Tetris-Laufen‘ gefangen. Man wird verdrängt, in die andere Richtung gestoßen, läuft Slalom –Tetris-laufen eben. Rechts Häuserwände. Links Häuserwände. In der Mitte lauter bunte, verschieden förmige Männchen. Mal dicker, mal dünner, mal ein Hund. Dramatisch!

Ich wollte doch nur geradeaus, meine supercoole auf dem Klo gefundene Weisheit leben! Ich wollte was zum denken sehen, denn dann tu ich auch was, grober Plan! Alles klar. Ort – Weg – Ziel (Punkt!). Nix da! Ich werde gedrängelt, gerumpelt, gelenkt…wie auch immer…lange kein Ziel in Sicht, geschweige denn mein Weg. Dreck aber auch! Ich will jetzt denken!

Na gut, vielleicht habe ich einen Schritt übersprungen, nicht laufen, also Arsch bewegen kommt zuerst, sondern umdenken. Let’s go home! Schiebetür zu! RUHE! … Naja eher nicht, im fünf Minuten Takt stört irgendwas! Wie soll ich denn da denken?! Oder besser: wie soll ICH denn da denken?! Also Musik! Immer inspirierend! Fast so wie das Internet, dass zwangsläufig läuft, sobald ich Musik am Laptop höre! Okay, warum nicht? Gibt bestimmt tolle Sachen zu denken. Ich werde da schon was finden, denke ich und gebe etwas in eine Suchmaschine ein. STOPP! Wer findet denn jetzt? Auf keinen Fall ICH und auf keinen Fall, was, was es lohnt.

Déjà-vu! Diesmal bloß anders. Rechts uuuuuuuuuuuuuuuuuuunendliche Weite. Links uuuuuuuuuuuuuuuuuuunendliche Weite. In der Mitte lauter bunte, verschieden förmige Links. Mal größer, mal leuchtender, mal ein Hund. Verf***ter Fuck!

Und Ich? Ich spiel mal wieder Tetris! Langsam kann ich die Melodie echt nicht mehr hören! STOPP! Eigentlich spiel ich gar nicht, ich bin ja auch nur einer der bunten, verschieden förmigen Puzzleteilchen im Spiel. DRAMATISCH! Immer noch nix selbst bewegt, weder mind noch ass!

Nur eines klappt ganz gut. Ort – Weg – Ziel. Ort (oben am Gameboy color Bildschirm) - Weg (nach unten) – Ziel (die eine Lücke, in die der Spieler mich haben will, denn da pass ich rein).

Leider nicht mein Ziel, oder? Ne, das war ja „move your mind…“. Nicht: enge Lücke, mit Aussicht auf andere bunte, verschieden förmige Puzzleteilchen. Mein Blick wandert in meinem Zimmer umher: 10 m², Schiebetür, drei andere Menschen, Vermieter, oft verglichen mit Harry Potters Wandschrank. Scheiße, Lücke erreicht! Mag noch sooft Bob Marley (vom Vormieter) oder „Viva Cuba libre“ an der Wand hängen.

Okaay, nur keine Panik… vielleicht kann ich mich ja noch querstellen, dann herrscht Chaos und mein allmächtiger ‚Kontrollator‘ an den Druckknöpfen verliert!

Erster Blog. Erster Text. Thematisch geht das klar oder?! (Tipp: Thema ist „Behandelt werden“.) Naja, ihr müsst euch eh fügen, ich spiele hier Tetris und ihr seid meine Puzzleteilchen!

Move YOUR mind, and MY game is lost!